Kurz zusammengefasst
- Klassische Seminare vermitteln Wissen; wirksames Können entsteht aus Erfahrung plus Reflexion.
- Die Lernforschung (Kolb) ist eindeutig: Lernen ist ein Zyklus aus Erleben, Reflektieren, Modellieren, Ausprobieren.
- Planspiele bilden genau diesen Zyklus ab – Theorie bleibt trotzdem nötig.
- Die drei Fallen: Zufriedenheit mit Können verwechseln, Erfahrung nicht reflektieren, den Lernzyklus nach einem Durchlauf abbrechen.
Warum das Seminar drei Wochen später verpufft
Zwei Tage Führungsseminar, prall gefülltes Skript, am Ende gute Bewertungen. Drei Wochen später steht das erste echte Konfliktgespräch an – und vom Gelernten ist im entscheidenden Moment fast nichts abrufbar.
1,5-mal häufiger durchgefallen
Dass Zuhören schlechter haftet als Tun, ist gut belegt. Wie groß der Unterschied genau ist, lässt sich dagegen schwer in eine einzelne Zahl fassen – die oft zitierten Prozentwerte der „Lernpyramide“ (10 % vom Lesen, 90 % vom Selbst-Tun) gelten heute als nicht belegt. Belastbar ist eine große Meta-Analyse (Freeman u. a., 2014, 225 Studien): In klassischen Vorlesungen fallen Lernende rund 1,5-mal häufiger durch als in aktiven Lernformaten. Die Tendenz ist robust: aktive, reflektierte Erfahrung erzeugt deutlich mehr nachhaltiges Wissen als passive Aufnahme.
Wissen aufnehmen ist nicht dasselbe wie können
Dass vom Seminar so wenig hängen bleibt, ist kein Einzelfall, sondern die Regel. Wissen aufnehmen und eine Fähigkeit im Tun beherrschen – Handlungs-Lernen, also führen, moderieren oder verhandeln können – sind zwei verschiedene Dinge. Genau dafür funktionieren Vorlesungen und Seminare erstaunlich schlecht. Warum? Und was machen Planspiele anders? Die Lerntheorie ist eindeutig – aber kaum ein Weiterbildungs-Anbieter zieht die Konsequenz daraus.
Was Kolb über Lernen sagt
David Kolb hat 1984 eine Lerntheorie formuliert, die sich seitdem in der Bildungsforschung gehalten hat: experiential learning. Die Kernaussage ist simpel – nachhaltiges Lernen ist ein Zyklus aus vier Phasen, der mehrfach durchlaufen werden muss:
Zurück zum Zwei-Tage-Seminar: An diesen vier Phasen lässt sich zeigen, warum vom Gelernten drei Wochen später fast nichts abrufbar ist.
Vorlesungen liefern nur Phase 3 (Konzept-Wissen) – und das auch noch ohne den Anker der konkreten Erfahrung. Du lernst etwas über Konflikte, hast aber keinen erlebten Konflikt im Kopf, an dem das Wissen haften bleibt.
Drei Fallen, die fast alle treffen
Gegen jede der drei Fallen gibt es einen Gegenzug – in derselben Reihenfolge:
Was Planspiele anders machen
Was Planspiele NICHT ersetzen
Theorie-Fundamente bleiben wichtig. Wer die Eskalationsstufen eines Konflikts gar nicht kennt, kann sie auch in einem Planspiel nicht reflektieren – er erlebt nur „irgendwas Schwieriges“. Daher: Planspiel plus Theorie ist die produktive Mischung. Reines Planspiel ohne Theorie-Anker ist genauso unvollständig wie reine Theorie ohne Praxis.
Aus „verstanden“ wird „kann ich“ erst durch das Reflektieren nach dem Erleben – nicht durch das Lesen davor.
Vom Verstehen ins Können
Genau nach diesem Prinzip ist unser LEAD-Programm gebaut: Live-Learning als Anker, begleitendes Selbstlernen für die Theorie-Tiefe, KI als Reflexions-Werkzeug – im Reißverschluss-Prinzip in jedem Modul verzahnt. Ein Programm für Führungskräfte, die den Sprung von „verstanden“ zu „kann ich“ machen wollen.

