Kurz zusammengefasst
- Laterale Führung bedeutet, Menschen zu einem gemeinsamen Ergebnis zu bewegen, ohne ihnen gegenüber weisungsbefugt zu sein – typisch für Projektleitungen und Querschnittsaufgaben.
- Nach dem Konzept des lateralen Führens wirken drei Hebel zusammen: Verständigung, Macht und Vertrauen.
- Wer lateral führt, braucht vor allem klare Aufträge, tragfähige Vereinbarungen und Gespräche, die Interessen offenlegen, statt Positionen zu verteidigen.
Führen ohne Weisungsbefugnis
Du leitest ein Projekt, aber die Leute im Projekt berichten an ihre Abteilungsleitung. Du verantwortest ein Thema für das ganze Unternehmen, aber niemand muss tun, was du sagst. Das ist laterale Führung: Führung „seitwärts", zwischen Gleichgestellten oder über Abteilungsgrenzen hinweg. In Organisationen mit Projekten, Matrixstrukturen und agilen Teams ist sie Alltag – gelernt haben sie die wenigsten.
Die drei Hebel: Verständigung, Macht, Vertrauen
Der Organisationssoziologe Stefan Kühl beschreibt laterales Führen als Zusammenspiel von drei Mechanismen. Keiner reicht allein – wirksam wird laterale Führung, wenn sie sich gegenseitig stützen.
Verständigung. Du bringst die Beteiligten dazu, die Lage ähnlich zu sehen: Was ist das Problem, was ist das Ziel, woran messen wir Erfolg? Unterschiedliche Sichtweisen werden nicht übergangen, sondern ausgesprochen und verhandelt.
Macht. Auch ohne Weisungsrecht hast du Einfluss – über Wissen, Zugänge, Kontakte oder Ressourcen, die andere brauchen. Gemeint ist kein Druck, sondern das bewusste Wissen darum, was du anderen bieten kannst und was sie dir.
Vertrauen. Wer erlebt hat, dass du Zusagen einhältst und Informationen nicht gegen andere verwendest, kooperiert beim nächsten Mal schneller. Vertrauen entsteht durch Vorleistung und Verlässlichkeit – und es lässt sich schnell verspielen.
So setzt du laterale Führung im Alltag ein
- Auftrag klären. Halte fest, wer was bis wann liefert – und wer das Vorhaben beauftragt hat. Ein klarer Auftrag ersetzt einen Teil der fehlenden Weisungsbefugnis.
- Interessen statt Positionen. Frag, was die andere Seite braucht, bevor du sagst, was du brauchst. Die meisten Widerstände haben einen nachvollziehbaren Grund.
- Vereinbarungen statt Bitten. Eine Zusage mit Termin ist belastbarer als ein „ich schau mal". Gute Vereinbarungen sind konkret und werden nachgehalten.
- Entscheidungswege sichtbar machen. Wer wann wie entscheidet, sollte allen klar sein – sonst wird jede Frage zur Machtprobe.
- Eskalation als letztes Mittel. Die Leitung einzuschalten ist legitim, aber jede Eskalation kostet Vertrauen. Kündige sie offen an, statt sie heimlich zu nutzen.
Drei Fallen, die fast alle treffen
Laterale Führung bei House of Education
Mehrere unserer Einzelkurse stärken genau die Fähigkeiten, auf die es beim lateralen Führen ankommt: Teamwork & Trust Building für Zusammenarbeit, Vereinbarungen und Vertrauen, Moderation & Workshop-Facilitation für Besprechungen und Workshops, in denen Gruppen zu Ergebnissen kommen, und Entscheidungsmanagement für klare Entscheidungswege. Jeder Kurs dauert zwei Wochen in Vollzeit.
Die Kurse lassen sich kombinieren und sind mit Bildungsgutschein förderfähig.

